Kalotta und die Piraten - Gang
Es war einmal ein Mädchen, das Kalotta hieß. Es lebte in einer schönen Stadt. Es war Weihnachtszeit und der erste Advent. Kalotta und ihr großer Bruder Sven öffneten gerade das erste Törchen. Kalotta jubelte: „Juhu, ich habe meine Lieblingsfigur bekommen!“ Ihr Bruder ärgerte sie und brummte: „Das ist ja schön für dich. Kapierst du’s nicht? Niemand interessiert sich für dich.“ Kalotta ging traurig weg. Da rief ihre Mutter Lina: „Kalotta, kommst du? Es gibt Frühstück.“ „Ok“, rief Kalotta zurück. Zum Frühstück gab es Brot mit Wurst und Käse. Dann musste sie zur Schule. Ihre Lehrerin hieß Frau Blume. In der ersten Stunde hatten sie Mathe, danach Deutsch, Englisch, Sport und Reli.
Nach der Schule ging sie mal wieder zum Weihnachtsmarkt am Hafen. Dort sah sie traurig aufs Meer. Danach ging sie ein bisschen gucken, was es an den Weihnachtsmarktständen gab. Plötzlich spürte sie eine kalte Hand auf ihrem Mund. Sie wurde gepackt und auf ein Schiff entführt. Dann hörte sie eine Stimme, die sagte: „Hey Karl, hier in der Weihnachtszeit sind echt viele Leute zu holen.“ „Ja!“, rief noch eine Stimme „ja, Anton, den letzten hätten wir ja auch fast bekommen, wenn Emmeli nicht zu spät eingegriffen hätte.“ „Ja, Entschuldigung“, sagte Emmeli „ich…“ „Spar dir deine Ausrede!“ unterbrach sie der Oberhauptmann Karl. Da schlug Jonathan vor: „Lasst uns doch mal zu der Kleinen gehen und uns vorstellen.“ „Ja!“, riefen alle anderen. Da kamen fünf Piraten zu ihr herein. „Hallo Kleine“, sagte der Oberhauptmann Karl „das ist Joshi, er ist schon ein Jahr bei uns. Und das ist Jonathan, er ist zweieinhalb Jahre bei uns. Hier ist Anton, der ist ganz neu und erst eine Woche bei uns. Und das ist die wertloseste, Emmeli, sie ist seit einem halben Jahr bei uns. Und wer bist du?“ „I-i-ich b-bin K-ka-Kalotta“, stotterte sie. „Super, dann komm mal mit an Deck, Kalotta!“, sagte Karl.

Dann sollte sie lernen, wie man angelt und Leute fängt. So vergingen einige Tage. An einem weiteren Morgen kam Emmeli zu ihr und sagte: „Wirst du auch immer so schlecht behandelt? Ich schon. Und ich möchte, dass es Frieden zwischen den Menschen und den Piraten gibt.“ „D-das will ich auch“, sagte Kalotta vorsichtig. Plötzlich unterbrach sie der Oberhauptmann und rief: „Frieden? Das könnt ihr euch nur wünschen, denn das wird nie geschehen. Und wenn ich nochmal sowas höre, werdet ihr von Bord geworfen. Ha-ha-ha!“
Kalotta und Emmeli gingen wieder zu den Angeln und warfen sie aus. „Da, guck mal, ein riesiger Fisch!“, rief Kalotta. Emmeli antwortete: „Ja, der ist so groß!“ Aber der Fisch schwamm wieder weg und kam dann aber doch nach einer Weile zurück. Er verhielt sich richtig komisch, fast so, als würde er sie beobachten. Da holten sie den Oberhauptmann, da es ihnen natürlich komisch vorkam. Als der Oberhauptmann schließlich da war, war der Fisch schon wieder weg. Und als er ging, kam er schon wieder hervor. So ging es eine Zeit lang weiter. Kapitän da – Fisch weg. Kapitän weg – Fisch da. Plötzlich tauchte der Fisch auf. Alle hatten Angst bekommen, da der Fisch immer größer wurde. Dann sahen sie, dass dies kein Fisch war.
Das war ein Seeungeheuer und es kam immer näher. Es wollte auftauchen, aber dabei war die Hälfte des Körpers unter dem Piratenschiff. Plötzlich zersprang das Piratenschiff und alle fielen in das salzige Meer. „Hilfe, Hilfe!“, riefen alle Piraten. Da beschloss der Oberhauptmann: „Kalotta, wir müssen zusammenarbeiten. Nur so können wir uns retten.“ Kalotta antwortete: „Hey, wieso habt ihr das nicht viel früher gesagt! Aber guckt doch mal dort, da, da schwimmt doch ein Bierfass.“ „Ja, stimmt!“, riefen die Piraten. „Halt, halt, halt, nicht alle auf einmal! Nur Emmeli und Anton. Ihr, also Karl, Jonathan und Joshi, könnt dort auf dem Flügel Platz nehmen“, rief Kalotta so laut sie konnte. Da fragte Emmeli: „Und was ist mit dir? Worauf gehst du?“ „Ja stimmt, worauf gehst du, Kalotta?“, riefen die anderen Piraten. „Ich kann schwimmen, im Gegensatz zu euch“, antwortete Kalotta.

Da hielt das Seeungeheuer an. Langsam schwamm Kalotta auf das grausam schwarze Ungeheuer zu. Plötzlich trat sie es einfach. Alle Piraten waren verwirrt und schrien: „Nicht, Kalotta, nicht! Lass es in Ruhe!“ „Nein!“, rief Kalotta zurück. Da merkten die Piraten, dass es kein Seeungeheuer war. Es war eine Blechbox und sie schien gesteuert. Also schwammen oder strampelten alle auf die Blechbox zu. Dann gingen sie auf das offenbare Seeungeheuer drauf und sie fanden sogar eine Luke. Emmeli öffnete sie. Ein bisschen Wasser tropfte in das Schiff.
Langsam traten die Piraten ein. Plötzlich ertönte eine Stimme: „Hallo!“ Die Piraten guckten um die Ecke und dort stand ein Mann – blaue Kleidung, weiße Schuhe und eine weiß-blau gestreifte Kapitänsmütze und er sagte noch einmal: „Hallo, ich bin der Kapitän und fahre hin und her, um Frieden zwischen den Menschen und den Piraten zu schaffen. Also kommt ihr? Wir fahren an Land.“ „A-a-aber e-es m-m-m-muss doch noch einen Kampf geben oder so etwas“, stotterte der Oberhauptmann Karl. „Nein, das muss es nicht“, rief Emmeli, „es kann auch so Frieden geschlossen werden und ihr könnt alle ganz normal wieder zu euren Familien gehen.“ „Los geht’s!“, rief Kalotta.
Über die Nacht fuhren sie an Land. Als Kalotta aufwachte, sah sie, wie die Sonne in den schönsten Farben aufging. Aber was noch viel besser war: Sie waren an Land. Sie wollte gerade aufstehen, da kamen alle fünf Piraten herein und sagten oder fragten: „Wieso feiern alle da draußen so fröhlich? Und was macht dieser komisch geschmückte Baum hier? Ach so, und wir wollten uns noch bedanken, da wir alle echt doof zu dir und Emmeli waren. Und außerdem hätten wir ohne dich niemals Frieden geschlossen.“ „Also wegen deiner Frage,“ begann Kalotta, „ähm, habt ihr es wirklich vergessen? Ok, die Leute feiern Weihnachten. Da kriegt man Geschenke und der Baum ist ein Weihnachtsbaum, den man jedes Jahr aufstellt und schmückt.“ Da gingen sie nach draußen. Alle Leute bewunderten sie und starrten sie an.
Plötzlich kam eine Frau auf Kalotta zu gerannt. „Mama!“, schrie Kalotta und sie umarmten sich. „Kalotta, wo warst du?“, fragte Lina, ihre Mutter. Darauf antwortete Kalotta: „Also nach der Schule bin ich nochmal zum Hafen gegangen und dann…“ Sie erzählte die ganze Geschichte und am Ende war ihre Mutter ganz erstaunt. „Kalotta, was hast du alles durchgemacht? Ich bin so froh, dass du wieder da bist!“, ihre Mutter fing an zu weinen. Die anderen Piraten zogen ihre Augenklappen und das andere Zeugs aus. Emmeli drückte ihr ein Zettelchen in die Hand mit Adresse und anderen Informationen darauf. Kalotta und ihre Mutter gingen nach Hause. Dort stand ihr Bruder schon vor der Tür. Er freute sich richtig und umarmte sie lange.
Kalotta hatte noch viele Sachen zu machen. Zum Beispiel konnte sie alle Törchen vom Adventskalender öffnen und Weihnachtsgeschenke auspacken. Als sie die Törchen vom Adventskalender öffnete, freue sie sich und ihr Bruder freute sich mit ihr. Und in ihren Geschenken war eine Augenklappe und eine Piratenkappe, als hätte es der Weihnachtsmann gewusst. Am Abend wollte sie unbedingt nochmal zum Hafen. Dort hatte sie sich nämlich mit Emmeli verabredet. Und sie nahm ihre Piratensachen mit und ging zum Hafen. Dort wartete Emmeli auch schon auf sie. Sie fuhren nochmal mit dem Schiff aufs Meer und beobachteten den Sonnenuntergang. Da sagte Kalotta: „Ich bin echt froh, dass wir alle wieder zu Hause sind und glücklich.“ „Ich auch“, sagte Emmeli. „Wie geht es eigentlich den anderen Piraten?“, fragte Kalotta. „Ihnen geht es richtig gut und sie feiern gerade schön Weihnachten“, antwortete Emmeli. Sie unterhielten sich noch ein bisschen und dann fuhren sie an Land.
Dann gingen sie noch ein bisschen auf den Weihnachtsmarkt und trafen sich auch später noch sehr oft am Hafen, um gemeinsam auf das Meer hinaus zu blicken.